Radiozentrale/Radioszene: 82 Prozent der Deutschen hören unterwegs Radio

82 Prozent der Deutschen hören unterwegs Radio

Veröffentlicht am 16. Jun. 2010 von JB unter Deutschland

TNS Emnid-Studie zur mobilen Mediennutzung in Deutschland: Medien to go – was unterwegs ankommt

Radiozentrale

Vor allem die jungen Zielgruppen haben den deutlichen Wunsch nach mehr medialer Unterhaltung und Information auch außer Haus. Das Handy avanciert hierbei zum Empfangsgerät mit dem größten Potential: Knapp 70 Prozent der mobilen Nutzer unter 30 Jahren würden unterwegs gern noch häufiger zum Handy greifen – wenn da nicht (noch) die hohen Kosten wären. Das meistgenutzte elektronische Medium außer Haus ist bei allen Zielgruppen das Radio: Zum Empfang kommen zu Autoradio und portablen Geräten speziell bei den Jungen insbesondere MP3-Player und Handys hinzu. Audioportale wie iTunes oder Last.FM werden von der jungen Zielgruppe unterwegs – wie Radio – stärker via Handy genutzt als etwa über das Notebook. Diese sind unterwegs allerdings für Video-Portale wie You-Tube erste Wahl. Die mobile Fernsehnutzung ist aktuell noch vergleichsweise gering.

Zu diesen Erkenntnissen kommt die repräsentative Studie “Medien to go – was unterwegs ankommt”, die die TNS Emnid Medien- und Sozialforschung in Kooperation mit der Radiozentrale durchgeführt hat. Im Januar befragte TNS Emnid dazu 1.416 Personen ab 14 Jahren in Face-to-Face-Interviews.

Mobile Mediennutzung heute: 82 Prozent der Deutschen hören unterwegs Radio. Das gilt auch für die junge Zielgruppe: Mit 91 Prozent ist die mobile Radionutzung der Unter-30-Jährigen sogar deutlich höher. Elf Prozent der Deutschen setzen unterwegs auf Audioportale, 13 Prozent der Deutschen tummeln sich auf Video-Internetseiten und zehn Prozent schalten TV-Angebote ein. Bei den Jungen sind unterwegs Video-Internetseiten deutlich stärker gefragt (31 Prozent). 31 Prozent setzen bei der mobilen Nutzung auf Audioportale und 20 Prozent auf TV (Untersuchungsbasis waren die elektronischen Medien).

Und welche Empfangsgeräte sind hierfür erste Wahl? Bei der Radionutzung unterwegs ist das Autoradio uneingeschränkte Nummer eins. Das gilt auch bei den Jungen – 71 Prozent hören außer Haus Radio via Autoradio, gefolgt vom MP3-Player (30 Prozent), dem Handy (20 Prozent) und dem Notebook (12 Prozent). Bei den reinen Audioportalen favorisieren die jungen Hörer Handys (18 Prozent) vor Notebooks (16 Prozent). Für Video-Internetseiten liegt ihre Präferenz hingegen beim Laptop (28 Prozent) – da hilft bislang auch eine Voreinstellung auf dem iPhone nicht. TV wird derzeit auch über Notebooks mobil kaum genutzt. Diese Ergebnisse belegen: Radio wurde von den neuen digitalen Medienangeboten nicht von seinem Spitzenplatz in der Außer-Haus-Nutzung verdrängt, das Medium wird vielmehr über die mobilen Geräte an noch mehr Orte mitgenommen.

Das Handy - das mobile EmpfangsgerŠt der Zukunft. Welches EmpfangsgerŠt fŸr die mediale Nutzung am liebsten mehr genutzt wŸrde - unabhŠngig von den Kosten. Die Verwendung dieses Bildes ist fŸr redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veršffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/RADIOZENTRALE GmbH"

Medien to go – das Potential: Insbesondere die Unter-30-Jährigen wünschen sich mehr mobile Möglichkeiten der Mediennutzung: 73 Prozent der jungen mobilen Mediennutzer haben Lust auf mehr Radio to go, je rund 45 Prozent wollen mehr Audioportale und mobiles TV. Und mehr als die Hälfte der Jungen würde unterwegs gern mehr Video-Internetseiten anschauen. Und das am liebsten über das Handy: Knapp 50 Prozent der mobilen Mediennutzer könnte sich vorstellen, noch öfter zum Mobiltelefon für Information und Entertainment unterwegs zu greifen. Bei den Unter-30-Jährigen sind es knapp 70 Prozent.

“Die Studienergebnisse zeigen vor allem bei den akustischen Medien einen verstärkten Wunsch nach mehr mobiler Nutzung via Handy. Die Ohren sind schließlich frei. Bei TV-Angeboten liegt das Mobiltelefon mit dem mobilen Computer ungefähr gleich auf – hier spielen Display-Größe und Auflösung eine entscheidende Rolle. Man darf daher gespannt sein, inwieweit das iPad hier die Entwicklung weiter treiben kann”, so Jan Peter Glootz, Senior Research Consultant bei der TNS Emnid Medienforschung.

Lutz Kuckuck (Radiozentrale)

Lutz Kuckuck (Radiozentrale)

Lutz Kuckuck, Geschäftsführer der Radiozentrale: “Bereits vor drei Jahren ermittelte eine TNS Emnid-Studie* Radio als meist genutztes Außerhaus-Medium. Das mobile Web inklusive der Smartphone-Entwicklung haben diese Stärke von Radio sogar noch untermauert. Die optimale Partnerschaft mit dem Handy machen Radio zum mobilen Leitmedium im konvergenten Zeitalter.”

Die Studienergebnisse sind als Chartpräsentation abrufbar: http://www.radiozentrale.de/site/795.0.html.

 

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Webradio: Die jungen Wilden - manager-magazin.de

Die jungen Wilden

Mehr als 2200 Radiostationen allein in Deutschland können Internetnutzer im World Wide Web ansteuern. Die Werbewirtschaft wittert großes Potenzial. Doch wer die Wahl hat, hat die Qual. Ein Überblick hilft, sich in der Welt der Internetradios zurechtzufinden.

Hannover/Hamburg - Morgens steht der Kaffee auf dem Küchentisch, und dazu läuft das Radio. Doch der UKW-Empfang bekommt zunehmend Konkurrenz. Ungezählte Stationen senden heute im Internet. Auch die klassischen Radiosender bieten ihr Programm längst im Netz an. Spannend sind aber vor allem neue Formate, die nur für und durch das Web entstanden sind. Im Vergleich zum altgedienten Radiosound in der Küche bieten sie eine Vielfalt an Programmen.

 

Unbegrenzte Möglichkeiten: Das Angebot an Internetradios ist  riesig
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Unbegrenzte Möglichkeiten: Das Angebot an Internetradios ist riesig

© TMN
Der große Vorteil von Webradio liegt darin, dass sich der Hörer Sender, Programme und Musikrichtungen ins Haus holen kann, die für ihn ansonsten kaum erreichbar sind, erklärt Sven Hansen von der Zeitschrift "C't": "Durch das Internet kann im Prinzip jede Nische und jeder Geschmack bedient werden." Wer sich ein wenig auskennt und weiß, was er sucht, könne sich auf verschiedenste Hörangebote aus aller Welt freuen.

Neben den klassischen Radiostationen finden Hörer Spartensender mit eigenem Webformat, Audioarchive, Bezahlmusikdienste und Musikcommunitys, bei denen der Netzwerkcharakter des Internets im Vordergrund steht, sagt Hansen.

Byte.fm mit moderiertem Vollprogramm

Eigenes Webradio mit Vollprogramm gibt es zum Beispiel bei Byte.fm aus Hamburg, das auf moderierte Sendungen mit DJ-Sets und auf Mitschnitte von Live-Konzerten setzt. Abseits von Mainstream und Formatradio soll hier eine anspruchsvolle Hörer-Klientel bedient werden.

Der Sender Rautemusik.fm des gleichnamigen Anbieters aus Aachen wartet mit ultramodernem Design und gleich neun verschiedenen Live-Streams auf, die neben Mainstreamsound aus zurückliegenden Jahrzehnten auch Sparten wie Funk oder Hardrock bedienen.

 

Noch speziellere Angebote findet der Musikenthusiast bei Soulsender.de oder Sonett77.de - bei letzterem Sender läuft vorrangig Elekronisches. Umfangreiche DJ-Sets liefert zum Beispiel Play.fm aus Österreich.

Aber nicht nur Musik aller Schattierungen hat inzwischen einen festen Sendeplatz im Netz: Der Fußballkanal 90elf.de überträgt die Partien der ersten und zweiten Bundesliga in voller Länge und zusätzlich in einer Konferenzschaltung. Nach Angaben des Anbieters Regiocast Digital in Leipzig haben in der Hinrunde dieser Saison insgesamt 10,3 Millionen Menschen in das Programm reingehört.

2. Teil: "Radio erfindet sich durch das Internet neu"

 

Auch die klassischen Radiosender bauen sich im Netz ein zweites Standbein auf - sie sind fast alle mit einem Webableger vertreten, so Hansen. "Alle Hörfunkangebote des NDR sind als Livestream im Internet abrufbar", sagt zum Beispiel Ralph Coleman vom Norddeutschen Rundfunk in Hamburg. Darüber hinaus werden Schleifen bestimmter Sendungen in "Loopstreams" zum Nachhören angeboten. Viele NDR-Sendungen und Beiträge - von Reportagen über Comedy bis zu Nachrichtenmagazinen - gibt es als "Audio on Demand" in der NDR-Mediathek oder als Podcast.

 

Radiogeschichte: Mit dem Volksempfänger verbreitete sich das Radio  in Deutschland rasant

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© DPA
Populäre Portale wie Last.fm oder Deezer kombinieren Radio und soziales Netzwerken. "Hier wird versucht, den Netzwerkcharakter des Internets in Musikcommunitys zu integrieren", erklärt Hansen. Nutzer tauschen sich aus, empfehlen sich gegenseitig Musik und stellen ihre Playlists auf - und sie lernen andere Radiohörer und Musikbegeisterte kennen.

Auch kostenpflichtige Musikdienste wie Napster oder Musicload orientierten sich zunehmend an den Hörgewohnheiten der Nutzer. Gegen einen monatlichen Festbetrag lassen sich über die Plattformen viele Millionen Musiktitel per Stream hören. Noch vergleichsweise neu in diesem Bereich ist Aupeo, das nur noch auf Streaming setzt.

Andere Portale wie das von Radio.de haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Vielfalt zu ordnen und schnell verfügbar zu machen. Wie das funktioniert? Einfach den Sendernamen gefolgt von Radio.de in den Browser tippen, und der entsprechende Livestream startet mit nur einem Klick, erklärt Geschäftsführer Karl Krainer. So erhält der Nutzer kostenlosen Zugriff auf mehr als 4000 deutsche und internationale Radiosender, Webradios und Podcasts. Ein ähnliches Prinzip verfolgt beispielsweise Surfmusik.de.

 

Viele W-Lan-Audiogeräte und Küchenradios mit Webzugang holen das Radioerlebnis genau dorthin, wo der Hörer sich am liebsten aufhält, sagt Sven Hansen von der "C't" - so schließt sich der Kreis. Und je mehr sich webfähige Mobilgeräte ausbreiten, umso mehr würden Audiodienste auch klassischen MP3-Spielern Konkurrenz machen. Die meisten Angebote seien kostenlos, Auswahl und Vielfalt nahezu unbegrenzt. Zunehmend mobil und in ein soziales Netzwerk eingebunden, entspricht Webradio damit den Gewohnheiten vieler junger Menschen: "Das Radio erfindet sich durch das Internet neu."

Philipp Laage, dpa